Einer breiteren Öffentlichkeit wurde das neue alte Selbstbewusstsein der akademischen Rechtsextremen 1959 bei einem Umzug Wien anlässlich der „Schiller-Feiern“ vor Augen geführt. Dabei kam es zu Übergriffen auf antifaschistische DemonstrantInnen. Überhaupt war die Renaissance der Burschenschaften begleitet von Gewalt: So kam es 1961 in Innsbruck zu Übergriffen auf US-amerikanische Studenten, die dabei als „Juden“ beschimpft wurden. 1965 stürmten rechtsextreme Schläger unter „Hoch Auschwitz!“-Rufen eine Demonstration gegen einen antisemitischen Professor. Dabei erschlug ein Olympe den ehemaligen KZ-Häftling Ernst Kirchweger.
Dass diese Gewalttätigkeit zum Kern burschenschaftlichen Selbstverständnisses gehört, zeigt ein Reim in der Aula: „Man muß nun mit den linken Knechten/mit ihren eignen Waffen fechten;/es hemmt nur ihren Tatendrang/der gute alte Holzkommang./Dann spricht sich ‘rum geschwind,/daß Burschenschafter Burschen sind!/Die Mensuren sind deswegen/in die Uni zu verlegen/dort kämpfe man um den Bestand/von Ehre, Freiheit, Vaterland!/Wer kräftig Hieb um Hieb austeilt,/schon durch das Beispiel Füchse keilt.“